➤ J. MÜLLER ALS VERLÄSSLICHER ARBEITGEBER
(GRI 401-1a) Unsere Mitarbeiter stehen für uns im Mittelpunkt. Mit eigenverantwortlichem Handeln tragen sie zum Unternehmenserfolg bei. Unsere Arbeitsbedingungen und Prozesse entwickeln wir systematisch weiter, um ihnen verlässliche Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Welche Maßnahmen wir im Jahr 2025 umgesetzt haben und wie sich unsere Belegschaft entwickelt hat, zeigen die nachfolgenden Ausführungen. Diese beziehen sich auf unsere operative Gesellschaft J. MÜLLER Weser GmbH & Co. KG an den Standorten in Brake und Bremen.
Fluktuationsrate
2025 lag die Fluktuationsrate bei 4,21 %. Gegenüber 2024 (5,7 %) ist sie um 1,49 Prozentpunkte bzw. rund 26 % gesunken. Die Fluktuationsrate orientiert sich an der Formel der BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände).
Neue Strukturen für eine Arbeitswelt im Umbruch
Als familiengeführtes Unternehmen fühlen wir uns der Region verbunden – und mit ihr auch den Menschen, die hier leben und arbeiten. Wir sind in diesen Zeiten gefordert, verantwortlich und vorausschauend zu handeln, Risiken zu minimieren und neue Strukturen zu schaffen, um Arbeitsplätze zu sichern und Arbeitsbedingungen sicher und zugleich so flexibel wie möglich zu gestalten. Weiterhin möchten wir zur wirtschaftlichen Stabilität der Region beitragen.
Weitere Informationen zu Gesamtzahl und Rate neuer Angestellter finden Sie unter Anhang.
Geschäftsführerin für den Betrieb sowie die Bereiche Personal, Qualitätsmanagement und Schwefel/Flüssiggüter/LogServ
„Wir unterstützen unsere Mitarbeiter in ihrer Entwicklung und finden bei Herausforderungen gemeinsam Lösungen. So entsteht ein Arbeitsumfeld, das verbindet.“
Vereinbarkeit: Lösungsorientiert in allen Lebensphasen
(GRI 3-3) Unsere Mitarbeiter übernehmen Verantwortung – im Unternehmen ebenso wie in ihrem privaten Umfeld, etwa als Eltern oder pflegende Angehörige. Vereinbarkeit nimmt für uns daher einen hohen Stellenwert ein. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen, die berufliche Anforderungen und persönliche Lebenssituation möglichst passend zusammenbringen. Dazu gehören – sofern es die Tätigkeit erlaubt – flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitlösungen oder mobiles Arbeiten. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass viele Aufgaben in Hafenlogistik und Betrieb an feste Abläufe und Präsenz gebunden sind. Umso wichtiger ist für uns ein offener Austausch und ein pragmatischer Umgang mit den individuellen Bedürfnissen unserer Mitarbeiter.
2025 gingen mehr Mitarbeiter in Elternzeit
(GRI 401-3) Elternzeit ist für uns selbstverständlicher Bestandteil einer familienbewussten Arbeitskultur, auf den alle Mitarbeiter Anspruch haben. Im Jahr 2025 nahmen das Angebot insgesamt 24 Beschäftigte wahr, davon 6 Frauen und 18 Männer. Von diesen Mitarbeitern sind nach ihrer Elternzeit alle an ihren oder einen vergleichbaren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Sie arbeiten aktuell weiter bei uns.
Anzahl der Mitarbeiter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben:
Gleichbehandlung und Mitarbeiterrechte
(GRI 407-1a) Chancengleichheit und ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld sind für uns wesentliche Voraussetzungen einer verantwortungsvollen Unternehmenskultur. Dafür orientieren wir uns am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Zudem respektieren wir die Rechte unserer Mitarbeiter auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen. Dazu heißt es in unserem Code of Conduct: (vollständiger CoC im Netz oder im Anhang):
Diskriminierungsverbot
(GRI 405-1, GRI 406-1a, GRI 407-1 a+b) Niemand darf wegen seiner Hautfarbe, seines Geschlechts, seiner Behinderung, seiner Weltanschauung, seiner Kultur, seiner sexuellen Orientierung, seines Alters, seiner Religion, seiner ethnischen oder sozialen Herkunft, seiner Nationalität, seines Aussehens, seines Familienstands oder seiner politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung benachteiligt oder bevorzugt werden.
Führungskräfte gehen als Vorbild voran und tragen die Verantwortung dafür, ein positives Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeiter zu schaffen, frei von Diskriminierung und Belästigung.
(GRI 406-1a, GRI 407-1a) Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts sind keine Diskriminierungsfälle bekannt. Weiterhin sind auch keine Verletzungen des Rechts auf Vereinigungsfreiheit oder Tarifverhandlungen bekannt.
Gesellschafter / Aktionäre:
(GRI 405-1a) Vorstand/Geschäftsführung:
(GRI 405-1b) Mitarbeiter:
(GRI 2-19, GRI 2-20, GRI 2-30, GRI 202-2) Faire Vergütung für alle Mitarbeiter
Nach der Ausbildung erhalten unsere Mitarbeiter einheitliche Einstiegsgehälter unabhängig von Alter und Geschlecht. Gewerbliche Mitarbeiter beider Standorte unterliegen Haustarifverträgen, geschlossen mit der Gewerkschaft ver.di.
➤ GRUNDLEISTUNGEN UND BENEFITS
(GRI 401-2a) Diese Grundleistungen stehen allen Mitarbeitern zu, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben:
→ Unser Betriebsarzt führt Pflicht- und Angebotsuntersuchungen durch.
→ Alle Mitarbeiter haben Anspruch auf Elternzeit.
→ J. MÜLLER zahlt allen Mitarbeitern ab dem 7. Monat der Betriebszugehörigkeit vermögenswirksame Leistungen.
→ J. MÜLLER bietet allen unbefristeten Mitarbeitern nach der Probezeit eine betriebliche Altersvorsorge an.
→ Erwerbsunfähigkeitsrente und Berufsunfähigkeitsversicherung sind Teil der betrieblichen Altersvorsorge.
→ Unsere Mitarbeiter können dank Dienstradleasing ihr Wunschrad nutzen.
→ J. MÜLLER gewährt Sonderurlaub, zum Beispiel für Eheschließung, Silberhochzeit, 25- oder 40-jähriges Jubiläum.
→ Bildschirmarbeitsplatzbrillen bezuschussen wir mit 120,00 €.
Wir fördern Innovation und Eigeninitiative. Über ein betriebliches Vorschlagswesen können sich unsere Mitarbeiter aktiv einbringen. Zudem unterstützen wir die Gesundheitsprävention unserer Mitarbeiter mit Firmenfitness-Angeboten in Kooperation mit EGYM Wellpass. Der Anteil der aktiven Nutzer hat sich von 206 im Jahr 2024 auf 243 im Jahr 2025 erhöht. Teilnehmende Mitarbeiter zahlen 12 € pro Monat und können wohnortnahe Sport- und Wellnesseinrichtungen besuchen oder an Onlinekursen teilnehmen.
78 %
Im Jahr 2025 lag der Anteil der Beschäftigten mit betrieblicher Altersversorgung bei 78 % (2024: 81 %) und damit auf dem Niveau von 2023.
➤ BEWÄHRTE FÜHRUNGSKULTUR
(GRI 402) Wir fördern in der Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern Eigeninitiative, verantwortungsbewusstes Handeln sowie einen konstruktiven Dialog im Arbeitsalltag. Vertrauen, Transparenz und ein respektvolles Miteinander legen den Grundstein für unsere Personalstrategie. Dabei tragen unsere Führungskräfte Verantwortung für eine offene Kommunikation, nachvollziehbare Entscheidungen und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
➤ AUS- UND WEITERBILDUNGEN: FACHKOMPETENZEN STÄRKEN
Digitale Prozesse und neue Technologien wie KI nehmen Einfluss auf die Arbeitswelt. Mit ihr verändern sich Aufgabenprofile und Kompetenzanforderungen zunehmend. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter und fördern gezielt ihre Weiterbildung und Qualifizierung.
(GRI 404-2a) Als Teil unserer langfristig angelegten Personalstrategie bieten wir unseren Mitarbeitern Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten an. In enger Abstimmung mit den Führungskräften und den jeweiligen Mitarbeitern erarbeitet der Bereich Personalentwicklung ein bedarfsgerechtes Weiterbildungsangebot, das möglichst viele Phasen des Berufslebens abdeckt.
(GRI 404-2b) Individuelle Fortbildungen fördern die fachliche und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Neue Erkenntnisse und zusätzliche Kompetenzen motivieren dazu, eigene Impulse einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Auf diese Weise fördern wir eigenverantwortliches Handeln – und stärken unsere Teams ebenso wie die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.
→ Individuelles Fortbildungsangebot
→ Betriebliche Schulungen
→ Praktika
→ Berufsausbildung
→ Duales Studium
→ Organisierte Einarbeitung
→ Förder- und Nachwuchsprogramme (Gewährung von Fortbildungsstipendien)
Unser Mitarbeiter Andreas Wehling begann 2002 seine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft/Lagerlogistik. Er arbeitet seit 24 Jahren bei J. Müller und leitet seit 2 Jahren die betriebliche Abwicklung am Standort Bremen.
Sarah Ahrens schloss 2020 ihre Ausbildung als Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung bei J. MÜLLER ab. Von 2022 bis 2023 absolvierte sie die Weiterbildung zur Fachwirtin für Güterverkehr und Logistik.
Entwicklung ermöglichen und Fachkräfte binden
Gut ausgebildete Mitarbeiter sichern den langfristigen Unternehmenserfolg. Die Identifikation von Potenzialen und die kontinuierliche Erweiterung von Wissen sind daher fester Bestandteil unserer Personalstrategie. Interne Weiterentwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten stärken unsere Kompetenz und tragen zur langfristigen Bindung unserer Fachkräfte bei. Angesichts veränderter Anforderungen stärken wir mit unseren Weiterbildungsangeboten die Zusammenarbeit über Arbeitsbereiche hinweg und bauen die Kompetenzen unserer Mitarbeiter systematisch aus.
Teilnahme an Fortbildungen
-
Internationales Logistikmanagement
Logistikmanagement
BWL
Wirtschaftspsychologie
Sales and Marketing
Wirtschaftsinformatik
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Elektrotechnik
Logistik
Industrie
Metallbau
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Fachwirt für Güterverkehr und Logistik
Verkehrsfachwirt
Fachwirt für Hafenwirtschaft, Transport und Logistik
Handelsfachwirt
Technischer Fachwirt
Wir übernehmen die Kosten für Meister- und Fachwirt-Weiterbildungen und fördern Studiengänge im Rahmen von Weiterbildungsverträgen. Nebenstehend sehen Sie, in welchem Bereich die Weiterbildungen stattgefunden haben.
➤ Ausbildung
(GRI 404-2a) Wir geben unser Wissen weiter. Die Entwicklung unseres Unternehmens ist für uns untrennbar mit der Förderung von Nachwuchskräften verbunden. Als IHK-zertifizierter Ausbildungsbetrieb bilden wir sowohl gewerblich-technische als auch kaufmännische Berufe aus. Aktuell können unsere Auszubildenden aus 10 Ausbildungswegen wählen.
Die Ausbildung erfolgt strukturiert durch einen oder mehrere qualifizierte Ausbilder. Ergänzend unterstützen wir unsere Auszubildenden im Rahmen eines Förder- und Nachwuchsprogramms, das Maßnahmen zur internen und externen Prüfungsvorbereitung sowie zusätzliche Lernangebote vorsieht.
„Unsere Quote der Übernahme-angebote lag im Jahr 2025 bei 76 %.”
Kaja Hanke, Personalabteilung
➤ Ausbildung: ein transparenter Rahmen
Der Bewerbungsprozess ist klar strukturiert. Für einen praxisnahen Eindruck können Bewerber noch vor Ausbildungsstart ein Praktikum absolvieren. Nach den Starttagen übernehmen unsere Auszubildenden eigene Aufgaben und durchlaufen verschiedene Abteilungen. So kommen sie mit verschiedenen Tätigkeitsbereichen und Kollegen in Kontakt. Je nach Ausbildungsberuf können sie zwischen unseren Standorten Brake und Bremen wechseln.
So sprechen wir potenzielle Nachwuchskräfte an
Informationen zu unseren Ausbildungsangeboten und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung stellen wir auf unserer Internetseite bereit. Verschiedene Recruiting-Formate gewähren Einblicke in den Ausbildungsalltag und unterstützen die Ansprache potenzieller Bewerber.
→ In unseren Ausbildungsvideos stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe anschaulich vor.
→ Im Azubi-Blog informieren wir über Neuigkeiten und unterstützen mit Tipps und Tricks zur Bewerbung.
→ Auf dem Instagram-Account @jmuellerkarriere geben unsere Azubis einen persönlichen Einblick in ihren Ausbildungsalltag im Hafen.
Austausch fördert Entwicklung
Wir bieten unseren Auszubildenden von Anfang an Orientierung. Bereits vor Ausbildungsbeginn steht ihnen ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite. Zwei Azubi-Starttage erleichtern den Ausbildungsbeginn und fördern das gegenseitige Kennenlernen. Während ihrer Ausbildung sind die Auszubildenden in die Teams integriert und werden durch qualifizierte Ausbilder begleitet. Ergänzend informiert ein interner Newsletter über Neuigkeiten und Entwicklungen im Unternehmen. Regelmäßige Feedbackgespräche unterstützen die fachliche und persönliche Entwicklung unserer Nachwuchskräfte.
Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Ausbildung
Unsere Auszubildenden erhalten eine Ausbildungsvergütung sowie Urlaubsgeld, eine Jahreszuwendung und vermögenswirksame Leistungen. Wir bezuschussen außerdem die Fahrtkosten zur Berufsschule. Verschiedene Aktivitäten, wie Ausflüge, Besichtigungen, Sportveranstaltungen und Azubiprojekte, fördern den Austausch unter den Auszubildenden und stärken die Identifikation mit J. MÜLLER.
→ Ausflüge
→ Besichtigungen
→ Sportveranstaltungen
→ Azubi-Projekte
Nach erfolgreicher Prüfung ehren wir die Absolventen für ihre abgeschlossenen Ausbildungen in besonderer Kulisse: Die Feier findet in 90 Metern Höhe im Sitzungszimmer auf dem Silo statt.
➤ Praxiserfahrungen ergänzen die Ausbildung
Hinter den Kulissen eines Hafenanlaufs
(GRI 404-2) Wie viel Erfahrung und Präzision ein sicherer Hafenanlauf erfordert, erlebte unsere Auszubildende Alexandra Bleim bei der Begleitung eines Flusslotsen auf der MV „Hav Brim“. Von der Lotsenübernahme auf See bis zum Anlegemanöver in Brake gewann sie Einblicke in die Zusammenarbeit von Schiffsbesatzung, Lotsen und Hafenpersonal. Die Praxiserfahrung stärkte ihr Verständnis für die komplexen Abläufe der maritimen Logistik und die Bedeutung sicherer Prozesse im Hafenbetrieb.
Auslandspraktikum: Lernen über Ländergrenzen hinweg
Auslandspraktika fördern das Verständnis für unterschiedliche Arbeitsstrukturen und Unternehmenskulturen. Lucas Müller, Auszubildender zum Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen bei J. MÜLLER, absolvierte im Rahmen der Zusatzqualifikation zum Europakaufmann ein vierwöchiges Praktikum beim Unternehmen WCC Solar im spanischen Sevilla.
Eingesetzt im Bereich Administration und Logistik, konnte er seine Fachkenntnisse erweitern und sein Wissen insbesondere im Umgang mit Gefahrgutvorschriften (ADR) ausbauen. Auch seine interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen erweiterte er und besuchte dafür unter anderem einen Sprachkurs. Im direkten Austausch mit Kollegen gewann er zusätzliche Erfahrungen in einem internationalen Arbeitsumfeld.
Internationale Kompetenzen
Im Bereich Spedition haben Auszubildende die Möglichkeit, einen Abschluss als Europakaufmann zu erwerben. Dazu gehört ein Auslandsaufenthalt bei einem unserer Kunden.
Ausbildungsprojekte: Identifikation und Engagement fördern
(GRI 404-2a, 405-1) In unseren Förder- und Nachwuchsprogrammen vermitteln wir neben fachlichen Kompetenzen auch soziale Verantwortung und gemeinschaftliches Handeln. Ausbildungsprojekte und gemeinsame Aktivitäten fördern dabei gesellschaftliches Engagement unserer Auszubildenden und stärken den Austausch und Zusammenhalt innerhalb des Unternehmens.
Bei J. MÜLLER arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, kulturellen Hintergründen und Lebenswegen. Mit dem Azubi-Projekt „Lebenswelten J. MÜLLER“ haben unsere Auszubildenden einen Weg gefunden, diese Vielfalt in Form von persönlichen Geschichten sichtbar zu machen. In Zusammenarbeit mit „Lebenswelten Wesermarsch“ produzierten sie Kurzfilme mit integrativem Ansatz, in denen Kollegen ihre persönliche Geschichte erzählen. Über die Interviews eröffneten die Auszubildenden neue Perspektiven auf die Menschen, die bei J. MÜLLER arbeiten – auch jenseits ihrer beruflichen Rollen.
Für dieses Engagement wurde J. MÜLLER 2024 mit dem ersten „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der Nordwest-Zeitung geehrt. Die Auszeichnung würdigt Projekte im Oldenburger Land und in Ostfriesland, die neue Wege in der Ausbildung gehen und Themen von gesellschaftlicher Relevanz aufgreifen.
In Folge der Auszeichnung 2024 fand sich unsere Auszubildende Mona Böschen im Berichtsjahr 2025 in einer neuen Rolle wieder: Sie wurde für das Zukunftsfestival GROWMORROW als PIA-Jurymitglied eingeladen und brachte die junge Perspektive von J. MÜLLER ein. Auf der Bühne fand auch unser Ampelanlagenprojekt aus 2025 lobende Erwähnung.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: sensibilisieren und kommunizieren
➤ Sicheres Arbeiten bei J. MÜLLER
(GRI 403-5) Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Dienstleister steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Entsprechend hoch fallen bei J. MÜLLER sowohl der Ausbildungsstandard als auch der Anspruch an den Arbeitsschutz aus. Denn viele Tätigkeiten im Hafenumfeld sind körperlich anspruchsvoll und mit dem Einsatz schwerer Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen sowie wechselnden Witterungseinflüssen verbunden. Um Risiken zu minimieren und sichere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, entwickeln wir unsere Arbeitssicherheitsmaßnahmen stetig weiter. Mit klaren Sicherheitsstandards, gezielten Qualifizierungen und einer hochwertigen Schutzausrüstung schaffen wir die Voraussetzungen für sicheres Arbeiten und den Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter. Dabei möchten wir auch dazu beitragen, neue Erkenntnisse für den Arbeitsschutz zu gewinnen.
Exoskelette im Praxistest
(GRI 403-6, GRI 403-7) Im Rahmen eines bis 2028 laufenden Forschungsprojekts wird untersucht, ob Exoskelette die körperliche Belastung bei bestimmten Tätigkeiten reduzieren können. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Vier J. MÜLLER-Mitarbeiter in Bremen testeten im Berichtsjahr die Gerüste vierzehn Tage lang unter Praxisbedingungen beim Entladen von Containern, Schlitzen von Säcken und Führen von Staplern. Ihre in Fragebögen erfassten Erfahrungen dienen der wissenschaftlichen Auswertung.
(GRI 403-8abc) J. MÜLLER ist nach ISO 14001 zertifiziert. Daraus ergeben sich auch Anforderungen und Regeln zu Notfallvorsorge, Gefahrenabwehr und weiteren Themen des Arbeitsschutzes. Gut zu wissen: Vorschriften, Maßnahmen und Prozesse zur Arbeitssicherheit gelten für alle Beschäftigten. Also sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für Beschäftigte von Fremdfirmen.
Neue PSAgA-Ausrüstung und Training zur sicheren Silobefahrung
Für verschiedene Arbeitsplätze mit Absturzgefahren wurden von der Firma SWAT bereits 2024 spezielle Sicherheits- und Rettungskonzepte zum Arbeiten mit Persönlicher Ausrüstung gegen Absturz (PSAgA) entwickelt. 2025 schaffte J. MÜLLER neue PSAgA-Ausrüstungen an. Im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt zudem auf der praktischen Qualifizierung der Mitarbeiter. So wurde die PSAgA-Ausbildung um ein Training zur Silobefahrung in Brake und Bremen erweitert.
Grundkurs Silobefahrung in Brake und Bremen
In einem zweitägigen Grundkurs erlernten die Teilnehmer die theoretischen und praktischen Grundlagen der Silobefahrung. 16 von 25 Mitarbeitern der Abteilung Silo wurden ausgebildet. Die Schulung wird jährlich durch eine eintägige Auffrischung wiederholt.
Mithilfe einer akkubetriebenen Seilwinde gelangt ein Mitarbeiter in die bis zu 45 Meter tiefe Silozelle. Die Reinigungsarbeiten erfolgen nach einem definierten Sicherheits- und Rettungskonzept. An einem Einsatz sind drei Mitarbeiter beteiligt: die ausführende Fachkraft, ein Sicherungsposten sowie eine verantwortliche Aufsichtsperson.
Weiterentwicklung und Training Silobefahrung:
Mitarbeiter René Wessels, Siloplaner und stellver-tretender Siloleiter, berichtet aus der Praxis.
Was war der größte Mehrwert des Trainings?
„Meine Kollegen und ich haben ein sicheres Gefühl. Vorher gab es vereinzelt Mitarbeiter, die sich nicht zugetraut haben, in die Silozellen einzufahren.“
Wie wirkt sich die neue Ausrüstung auf Ihre Arbeit aus?
„Sie trägt zu einem größeren Sicherheitsgefühl bei. Wir sind nun über zwei separate Seile gesichert. Zudem wird die Ausrüstung jetzt im Magazin gelagert und dort nach der Benutzung durch einen Sachkundigen für PSAgA überprüft. Das hat sich bewährt. Wir haben das Gefühl, dass wir uns zu jeder Zeit auf unsere Ausrüstung verlassen können.“
Inwiefern haben sich die Maßnahmen insgesamt ausgezahlt?
„Früher fuhren wir pro Schicht zwei Mal in ein Silo. Dank optimierter Planung und der technischen Maßnahmen der letzten Jahre befahren meine Kollegen und ich die Silos heute nur noch zwei- bis dreimal die Woche.“
➤ So identifizieren, bewerten und reduzieren wir Gefahren
Zur Identifizierung und Bewertung arbeitsbedingter Gefahren führen wir regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durch. Wir bestimmen und bewerten sowohl physische als auch psychische Risiken. Für jede Tätigkeit liegt eine Gefährdungsbeurteilung vor.
Unsere Sicherheitsbeauftragten treffen sich viermal im Jahr und analysieren aktuelle Schwerpunktthemen. Diese bringen sie dann in die ASA-Sitzungen ein. Unabhängig von den Gefährdungsbeurteilungen führen wir außerdem regelmäßig Unfallanalysen durch.
Betriebsbegehungen
(GRI 403-2a) Monatliche Betriebsbegehungen ergänzen unsere Maßnahmen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Die Leiter der jeweiligen Fachbereiche sind dazu verpflichtet, ihre eigenen Bereiche zu begehen. Zusätzlich überprüfen sie andere Bereiche, um durch die Außenperspektive "blinden Flecken“ entgegenzuwirken. Die Leiter der Fachbereiche führen auch gemeinsame Begehungen durch. Diese finden ergebnisoffen statt. Klar und direkt Kritik zu äußern, ist analog zu unserer offenen Kommunikationskultur jederzeit erwünscht.
Die Begehungsdokumentationen erstellen wir mithilfe einer App. Damit reduzieren wir einerseits den Papierverbrauch und erleichtern andererseits den schnellen Zugriff auf wichtige Daten. Am Standort Bremen erstellen wir die Dokumentationen bereits zu 100 % mit der App.
Toolbox-Meetings
(GRI 403-2a) Zudem führen wir Toolbox-Meetings zur Förderung von Kommunikation und Erhöhung der Aufmerksamkeit durch: Die kurzen, einfachen Sicherheitsunterweisungen finden nach Bedarf statt. Zum Beispiel zum Beginn einer Schicht oder Tätigkeit. Die Teilnehmer sprechen über anstehende Aufgaben sowie mögliche Risiken und kommunizieren eindeutig, wer die Verantwortung trägt und welcher Mitarbeiter welche Rolle im Arbeitslauf einnimmt.
ASA-Sitzungen
(GRI 403-4 a, b) Nach § 11 des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) ist J. MÜLLER zur quartalsweisen Durchführung von Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen (ASA) verpflichtet. Pflicht ist ein Arbeitsschutzausschuss pro Unternehmen. Da die Gefahren an unseren Standorten in Bremen und Brake sehr unterschiedlich sind, führen wir an beiden Standorten eigene ASA-Sitzungen durch.
Bei der Ermittlung von Gefährdungen greifen wir Schwerpunkte der ASA auf und nutzen das S-T-O-P-Prinzip:
Nick Kempendorf, Betriebsbeauftragter für die Arbeitsschutzorganisation
„Sicherheit funktioniert nur, wenn jeder Verantwortung für sich und andere übernimmt.“
Mitarbeiter Tural Agaev (links) und Ausbilder für Kranführer Andre Meyer (rechts) bei einer Unterweisung
Digitale Unterweisungen zum Arbeitsschutz
(GRI 403-5a) Auf Basis der Gefährdungsbeurteilungen erstellen wir Betriebsanweisungen. Die Unterweisungen erfolgen in regelmäßigen Abständen. Dafür nutzen wir moderne Informations- und Lernformate:
→ Jeder Beschäftigte hat Zugang zu den Unterweisungen.
→ Die Unterweisungen führen wir digital mithilfe einer EHS-Software durch.
→ Der Vorteil: Jeder Mitarbeiter enthält eine individuelle Anweisung.
→ Außerdem finden sie während der Arbeitszeit statt.
→ Fremdfirmen werden entsprechend unserer Schulungsunterlagen unterwiesen. Die Durchführung kontrollieren wir.
Schulungen und Ausbildungen führen wir in Präsenz durch, wenn es fachlich notwendig ist: Das betrifft beispielsweise Kranführer-Ausbildungen, Schulungen zur Ladungssicherung oder die Verwendung von Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA).
Interne Kompetenzerweiterung für den Arbeitsschutz
(GRI 403-2 d, c) Seit Juni 2025 absolviert Nick Kempendorf berufsbegleitend die Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Bereits während der Ausbildung übernimmt er Aufgaben im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Dazu gehört die Beratung und Unterstützung der Unternehmensleitung sowie der Führungskräfte, zum Beispiel bei Gefährdungsbeurteilungen, Unfallanalysen oder der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen. Damit erweitert J. MÜLLER die internen personellen Kapazitäten für die Wahrnehmung von Aufgaben im Arbeitsschutz. Die abschließende Lernerfolgskontrolle (LEK 6) ist für April 2027 vorgesehen.
Aufmerksamkeit und Austausch
(GRI 403-7a) Wir rücken Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei J. MÜLLER immer wieder aktiv in den Fokus der Aufmerksamkeit. Mit offenen Türen, einer klaren Kommunikation und gezielten Maßnahmen arbeiten wir stetig daran, Unfallrisiken am Arbeitsplatz zu reduzieren. Auch unsere Dienstleister halten alle Vorgaben ein.
(GRI 403-2bcd, GRI 403-4a) Neben bewährten Prozessen und eindeutigen Verantwortlichkeiten ist auch der Beitrag unserer Mitarbeiter von besonderer Bedeutung, um die Sicherheit am Arbeitsplatz kontinuierlich zu verbessern. Denn sie sind für ihre Tätigkeiten die Experten. Wir motivieren sie, den Arbeits- und Gesundheitsschutz aktiv mitzugestalten. Sie übernehmen Verantwortung: bei Betriebsbegehungen oder beim Konzipieren von Maßnahmen, die Gefahren und Risiken zu reduzieren. Ideen, Hinweise und Einwände sind stets willkommen. Die Mitarbeiter können diese beispielsweise während eines Toolbox-Meetings äußern oder jederzeit und vertraulich Sicherheitsbeauftragte, Sicherheitsfachkräfte oder Arbeitnehmervertreter kontaktieren.
Christian Henning, Leitung Betrieb und Prozessmanagement
„Als Bereichsleiter setze ich mich für ein zukunftsstarkes Unternehmen ein, dessen Fundament auf Sicherheit basiert. Bei der Unversehrtheit der Menschen – der eigenen Belegschaft wie auch aller Dienstleister – dulde ich keine Kompromisse.“
Aktuelle Unfallzahlen
(GRI 403-2 b, c) Im Berichtszeitraum ereigneten sich keine Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen. Weitere Zahlen zu arbeitsbedingten Verletzungen:
(GRI 403-9cd) Welche Gefahren verursachten im Berichtszeitraum Verletzungen? Oder trugen zu Verletzungen bei? Die Gründe analysieren wir in den bewährten Prozessen: Gefährdungsbeurteilungen ausführen, Betriebsanweisungen erstellen, Unterweisungen durchführen. Jeder Mitarbeiter erhält eine Erstunterweisung. Wir sind bestrebt, die Unfallzahlen zu reduzieren. Hierzu ergreifen wir verschiedene Maßnahmen (siehe →Ziele).
➤ Gesundheit langfristig erhalten
(GRI 403-3a) Der bestellte Betriebsarzt bietet den Mitarbeitern sowohl Pflicht- als auch Angebotsuntersuchungen an. Ergebnisse von Untersuchungen erhält J. MÜLLER aufgrund der Datenschutzvorgaben nicht.
Ganz gleich, ob der Mitarbeiter den ganzen Tag körperlich arbeitet oder lange Stunden am Schreibtisch sitzt: Zur Erhaltung der Arbeitskraft gehört auch der Gesundheitsschutz.
(GRI 403-5a, GRI 403-6ab) Folgende freiwillige Maßnahmen können unsere Mitarbeiter zum Erhalt ihrer Gesundheit wahrnehmen:
→ Firmenfitness in Kooperation mit EGYM Wellpass
→ Fahrradleasing
→ betriebliches Eingliederungsmanagement.
→ Angebotsuntersuchungen
➤ Projekte, Ziele und Maßnahmen
(GRI 403-7) Der Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt sich stetig weiter. Wir passen Vorgaben und Maßnahmen an, sobald sich neue Anforderungen ergeben. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn wir neue Geräte oder Fahrzeuge anschaffen.
Darüber hinaus nehmen wir uns folgende Ziele vor: